Geschichte

Kögel – Ein Hof zwischen Bodensee und Allgäu
mit sehr langer spannender Geschichte

Bis vor rund tausend Jahren war hier Ur-Wald mit viel Ur-Laub!

Im 11. oder 12. Jahrhundert fand die Rodung statt – aus Wald wurde Acker- und Grünland.

Ca. 1270 finden wir den Hof schwarz auf weiß in einem Grundbuch des Klosters Weingarten, geschrieben in gotischer Schrift: Lengental, später auch Langintal, Lengenthal oder Legental. Das lange Tal bis nach Fildenmoos hatte sicherlich dem Hof seinen
Namen gegeben. „Länge“ bedeutete früher auch „Acker“.

1525 – Bauernkrieg. Die leibeigenen Bauern hatten nicht bloß den Zehnten abzuliefern. Grundherren, Landesherren und der Kaiser erhoben immer mehr Abgaben, bis den Bauern der Kragen platzte. Die Gornhofener Bauern, vielleicht auch der Lengentaler, eroberten und plünderten das Kloster Weissenau.

Die Lehensbauern wechselten in schneller Folge, weil sie oft den Pachtzins nicht zahlen konnten. Eine Familie blieb aber auffallend lange: die Kegel. Sie haben dem Lengental den neuen Namen gegeben: Kegel, Kegelhof, Kögelhof, Kögel.

1618 bis 1648 – Dreißigjähriger Krieg. Am Ende des Krieges war niemand mehr hier, alles ausgestorben! Gefoltert, mit Schwedentrunk grausam umgebracht, in die Stadt Ravensburg geflohen, dort an der Pest zugrunde gegangen oder verhungert? Wir wissen es nicht.

1707 – Michael Ruetz von Schregsberg heiratet Katharina Arnegger von Kögel.
Die Ruetz sind aus St. Gallen, Appenzell oder Tirol eingewandert.

1712 – Hungersnot, Josef Arnegger, sein Schwager, gibt sein Soldgütl auf und wandert
samt Familie nach Ungarn aus.

So nebenbei: Es gab bis in die jüngste Zeit zwei Höfe im Kögel, einen größeren und
einen kleineren. Das Wohnhaus des kleineren ist das heutige Ferienhaus.

1803 – Die Kirche wird entmachtet und enteignet. Die Lehenshöfe wurden Privatbesitz, selbstverständlich nicht ohne Ablöse-Zahlungen, die sich teilweise über 50 Jahre hinzogen. Der erste private Eigentümer und freie Bauer war Xaver Ruetz (1778 bis 1830)

Die heutige Generation ist die siebte in unmittelbarer familiärer Folge im Kögel, seit Anton Ruetz 1764 mit der verwaisten früheren Gutsbesitzerstochter eine Ehe gründete. Zwischen Michael Ruetz, der schon 1707 in den Kögel heiratete, und Anton Ruetz
wirtschafteten hier andere Familien. Rechnen wir ab der Heirat von Michael Ruetz,
zählen wir 2007 300 Jahre Ruetz im Kögel!

Franz Ruetz
Emmendingen/Baden im August 2006